Die Medienwelt hat sich gewandelt: cuts, Schwenks und Zooms bombardieren den Betrachter, die „Kulturindustrie“ zeigt sich unentblößt, die Grenzen zwischen Werbung und Programm verschwinden. Paradigmatisch für diese Ästhetik ist der amerikanische Sender MTV (Music Television), der rund um die Uhr Videoclips ausstrahlt.Musikvideoclips, das heißt in der Regel: Ein Stück Popmusik von drei bis vier Minuten Länge; singende, tanzende, ausgelassene, verträumte oder coole junge Menschen, die sich in bizarren, virtuellen oder 08/15-Landschaften, Innenräumen oder beidem finden, in erotisch-rotes, kühl-blaues oder aufgestellt-buntes Licht getaucht; Grossaufnahmen der Sängerin oder des Sängers wechseln ab mit aufsteigenden Rauchsäulen, zerspringenden Spiegeln, über gestylte Oberflächen zuckenden Lichtblitze; Schweißperlen schimmern auf nackter Haut, Bekleidungen, Bewegungen und Gesten geben erotische Versprechen, eine Gitarre wirbelt vorbei, Jungsiegfried trotzt den Gefahren der Welt, Eva verführt, verliert, findet wieder und verliert erneut ihren Adam. Verarbeitet wird in Videoclips alles, was an Text, Bild und Ton irgendwie und irgendwo greifbar ist (also zunehmend alles). Und alles wird vorgetragen in einem wahnwitzigen Tempo: alle drei Sekunden ein Schnitt, oft noch öfter. Read the rest of this entry » |
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Ästhetik ist der amerikanische Sender MTV (Music Television), der rund um die Uhr Videoclips ausstrahlt.Musikvideoclips, das heißt in der Regel: Ein Stück Popmusik von drei bis vier Minuten Länge; singende, tanzende, ausgelassene, verträumte oder coole junge Menschen, die sich in bizarren, virtuellen oder 08/15-Landschaften, Innenräumen oder beidem finden, in erotisch-rotes, kühl-blaues oder aufgestellt-buntes Licht getaucht; Grossaufnahmen der Sängerin oder des Sängers wechseln ab mit aufsteigenden Rauchsäulen, zerspringenden Spiegeln, über gestylte Oberflächen zuckenden Lichtblitze; Schweißperlen schimmern auf nackter Haut, Bekleidungen, Bewegungen und Gesten geben erotische Versprechen, eine Gitarre wirbelt vorbei, Jungsiegfried trotzt den Gefahren der Welt, Eva verführt, verliert, findet wieder und verliert erneut ihren Adam. Verarbeitet wird in Videoclips alles, was an Text, Bild und Ton irgendwie und irgendwo greifbar ist (also zunehmend alles). Und alles wird vorgetragen in einem wahnwitzigen Tempo: alle drei Sekunden ein Schnitt, oft noch öfter.